Philía-Tanzgruppe - man kann uns buchen
Griechischer Nationalfeiertag, auch Ochi-Tag
Epiphanias oder Erscheinung des Herrn
Retsina - ein besonderer Wein
Kreta - Griechenlands größte Insel
Griechisches Ostern - in Griechenland sind die Eier fast immer rot
Rembetiko - der Schmerz der Freude
Die griechische Sprache und ihre Schrift
Griechenland - wie es nicht jeder kennt
Die Ponten - ein Abriss ihrer Geschichte
Athen 2004 - Die Spiele kehren heim
Trikala - Partnerstadt Ambergs
Meteora - Klöster, zwischen Himmel und Erde schwebend
Amberger Soldaten in Hellas
Makedonien - 4000 Jahre Geschichte und Kultur
Athen - die griechische Hauptstadt
Thessaloniki
   
   
   
   
   
   

Philía-Tanzgruppe - man kann uns buchen!

10.01.2005
Rittner
 

 

Eigentlich gibt es die griechische Volkstanzgruppe des Vereins Philía schon seit einiger Zeit. Sie konnte auch bereits bei vielen Auftritten ihr Können beweisen.



Die Trachten von links:
Asia Minor, Kreta, Thrakien, Sarakatsanos, Vlachen und Kykladen, Thrakien, Veria)


Dennoch gibt es heute eine ganz wichtige Änderung zu berichten:

Seit kurzer Zeit tritt die Philía-Tanzgruppe in original griechischen Trachten aus verschiedenen Gegenden Griechenlands auf.
Vertreten sind die Inseln der Kykladen und Kreta, Thrazien und Asia Minor (im Nordosten Griechenlands), Imathía (Präfektur bei Véria), die Vlachen (Gegend von Métsovo) und die Sarakatsanen (eine Volksgruppe aus der Gegend von Epirus).

Außer beim Amberger Altstadtfest und beim Philía-Weinfest tanzte die Gruppe schon bei zahlreichen Veranstaltungen in Seniorenheimen, bei kulturellen Veranstaltungen, auf Geburtstagen und bei griechischen Themenabenden von Restaurants in Amberg und Umgebung.

Ebenso waren wir am 15. Januar 2005 beim ersten Informationsabend zum BauKunst-Projekt GLYPTOTHEK ETSDORF (siehe Aktuelles) zu sehen und im Juli werden wir bei einer bayernweiten Veranstaltung des Kath. Frauenbundes im Innenhof des Ungarischen Gymnasiums in Kastl auftreten.
Der Auftritt der Tanzgruppe von Philia e.V. fand in einem Bericht der Süddeutschen Zeitung vom 17.01.05 über das Projekt GLYPTOTHEK ETSDORF Beachtung.

Sollten Sie die Philía-Tanzgruppe einmal für eine Veranstaltung benötigen, richten Sie bitte Ihre Anfrage per Telefon an Frau Christina Luber unter 09661-54833 oder per E-Mail an v.rittner@philia-ev.de bzw. an luber@philia-ev.de

 


 

 
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Griechischer Nationalfeiertag, auch Ochi-Tag

28.07.2006
Rittner
 

Der 28. Oktober ist für die Griechen auch ein Nationalfeiertag, der sogenannte "Ochi"-Tag.
Als Mussolini am 28. Oktober 1940 von Diktator Metaxa die Erlaubnis zur Stationierung italienischer Truppen verlangte, kam von diesem die legendäre Antwort "ochi" = nein. Zwei Tage später marschierten trotzdem italienische Truppen ein und verwickelten Griechenland in den 2. Weltkrieg.
Nach dem Ende des 2. Weltkriegs wurde dieser Tag zum nationalen Feiertag erklärt.

 
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Epiphanias oder Erscheinung des Herrn
05.01.2008
Rittner
 

Epiphanias bzw. Epiphanie oder Erscheinung des Herrn ist der ursprüngliche und meist auch heute noch gebrauchte Name des am
6. Januar begangenen christlichen Festes. Dieser Tag entspricht dem historischen Weihnachtsdatum.

In der orthodoxen Kirche wird am 6. Januar das Fest der Theophanie (griechisch theos „Gott“; phainesthai „sich zeigen“, „erscheinen“) und damit die Taufe Christi im Jordan gefeiert.
An diesem Tag findet stets auch die "Große Wasserweihe" statt. Sinn dieser Weihe ist jedoch nicht nur die Segnung des Wassers, sondern durch das Wasser soll die gesamte Schöpfung gesegnet werden.

 

 
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Retsina - ein besonderer Wein
10.02.2006
Rittner
 
Über seinen Ursprung

Retsina, ein geharzter, trockener Wein, wurde im Ausland beinahe zum Synonym für griechischen Weißwein und gilt als die griechische Spezialität.
Seinen historischen Ursprung hat er im antiken Griechenland. Zu damaliger Zeit war die Haltbarmachung und Lagerung des Weines ein Problem. Man dichtete die Amphoren und Krüge mit einer Schicht aus Öl, Pinienharz und manchmal auch Gips gegen den eindringenden Sauerstoff ab. Flaschengärung gab es damals noch nicht.
Im Laufe der Zeit gab das Harz sein Aroma an den Wein weiter und da man sich mittlerweilen an den Geschmack gewöhnt hatte, behielt man diese Art der Haltbarmachung bei.
Das „Harzen“ des Weines wurde so in Griechenland zu einer lieben Tradition, die man selbst in heutiger Zeit noch pflegt. Und eines sei noch bemerkt: gut gekühlter Retsina kann ein köstlicher Wein sein!

Wie bereits oben erwähnt, wird durch die Beimischung des Pinienharzes die Oxidation des Weines verhindert. Bei der Weinherstellung darf Sauerstoff nur in kontrollierter Weise eine Reaktion mit dem Wein eingehen.
Schließlich wird das zugefügte Harz aus dem Wein herausgefiltert, verleiht dem Retsina aber seinen ungewöhnlichen Geschmack, vor allem für diejenigen, die ihn zum ersten Mal trinken.

Es gibt weiße, rosé und rote Retsina-Weine. Der weiße Retsina, der aus der Traubensorte Savatiano, manchmal auch aus der Roditis-Traube gewonnen wird, wird am meisten getrunken.
Der geharzte Rosé, Kokkineli genannt, wird aus den Sorten Savatiano und Mandilari erzeugt und der rote, eigentlich sehr seltene Retsina wird nur aus der Mandilari-Traube gekeltert.

Retsina sollte nur ganz jung, also im ersten oder zweiten Jahr getrunken und immer gekühlt (7 bis 9 Grad) serviert werden. Dann hat er seine hellgelbe Farbe und seinen typischen Geschmack: spritzig, trocken und mit einer bitteren, leicht säuerlichen Note.
Er passt gut zu griechischen Speisen, wird aber ebenso gerne als Aperitifwein getrunken.

 
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Kreta - Griechenlands größte Insel
29.01.2006
Rittner
 
Kreta, die größte griechische Insel und fünftgrößte Insel im Mittelmeer, liegt etwa 100 km südöstlich der Peloponnes zwischen dem Ägäischen Meer und dem östlichen Mittelmeer.
Die wunderschöne Insel ist 12- 57 km breit und 260 km lang und hat ca. 500 000 Einwohner.
Mildes Klima, vor allem an der Südküste, zeichnet die Insel aus. Die ständigen Winde machen auch die heißen Sommermonate erträglich.
Die kältesten Monate sind Januar und Februar (ca. 10°C) , am heißesten sind Juli und August (ca. 38°C).

Eine m. E. sehr interessante Auswahl von Büchern über die Insel Kreta finden Sie unter www.kreta-buch.de

Es gibt drei Themenbereiche: In der Reihe Sedones beschäftigt sich der Verlag Dr. Thomas Balistier mit der Kultur und der Geschichte Kretas.
Die Reihe Architektonas stellt Architektur und Architekturtheorie in den Mittelpunkt und für Spannung und Unterhaltung wird mit der Reihe Krimis, Romane und Lyrik gesorgt.

 
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Griechisches Ostern
30.04.2005
Rittner
     

In Griechenland sind die Ostereier fast immer rot.
Von hellrot und tiefrot bis violett; eine Politur mit Olivenöl bringt die Eier dann zum glänzen.

Der Grieche liebt Festtage. Wenn man beschreiben will, wie die Griechen ihre Feste feiern, müssen unbedingt die Verben "essen", "singen" und "tanzen" vorkommen. Ausnahmen von der Regel gibt es, aber sie sind nicht erheblich.
Ostern ist das bedeutendste Kirchenfest. Nicht nur, weil der Auferstandene über den Tod und die Macht des Bösen triumphiert, sondern weil die griechische Natur ihre süße und hohe Zeit erlebt, wie es einer der bekanntesten Dichter, Dionysios Solomos, ausgedrückt hat.
Auch heute noch ist Ostern das wichtigste Fest für die Griechen und so verwundert es nicht, dass die 40-tägige Fastenzeit noch immer von vielen Gläubigen eingehalten wird und während dieser Zeit nur Öl, Gemüse, Salat und Obst verzehrt werden. Am Karfreitag ist nicht einmal Öl erlaubt. Am Ostersamstag beginnt man dann jedoch endlich mit den Vorbereitungen für das festliche Ostermahl und für so manches Lämmchen hat nun das letzte Stündlein geschlagen, denn traditionell gibt es am Ostersonntag Lamm vom Spieß, serviert mit knusprigem Brot und Wein. Natürlich sollte auch die Magirítsa, die Ostersuppe aus Lamminnereien, duftenden Kräutern, Reis, Eiern und Zitronensaft, nicht fehlen.

Der Höhepunkt wird, wie gesagt, am Ostersonntag erreicht, doch beginnt er bereits am Ostersamstag gegen Mitternacht mit der kirchlichen Feier der Auferstehung an. Nach der Hymne vom Triumph der Auferstehung machen sich die meisten Gläubigen in der Vorfreude auf das mitternächtliche Essen und Trinken eilig auf den Heimweg. Frauen und Kinder tragen das neue Licht der Auferstehung nach Hause und zeichnen mit dem Rauch der kleinen Flamme das Kreuzzeichen auf den Türsturz über dem Eingang des Hauses.

So beginnt also in der Dunkelheit um die Kirche und in den anliegenden Straßen der Tüpfeltanz der kleinen, in Händen getragenen Kerzen. Dazu muss man sich einen ohrenbetäubenden Lärm vorstellen, den die unzähligen Knallkörper verursachen, die, kaum dass das "Christus ist auferstanden" (Christós anésti, alithos anésti) verklungen ist, explodieren. Damit sollen die bösen Mächte vertrieben werden, die schon auf der Lauer liegen, um den Triumph Christi zu schmälern. Oftmals wird auch ein von der Jugend aufgerichteter Haufen aus trockenen Zweigen, der symbolisch den Teufel darstellen soll, niedergebrannt.

hische Sprache und die griechische

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Rembetiko - der Schmerz der Freude
07.12.2004
Rittner
     
  

Die Wurzeln der Rembetiko-Musik liegen in den gesellschaftlichen und kulturellen Umbrüchen des 19. /20. Jahrhunderts. Ähnlich dem Tango und dem Blues in Süd- und Nordamerika ist sie die Ausdrucksform einer unterprivilegierten Minderheit im östlichen Mittelmeerraum.

Als 1923 Smyrna von den Truppen des Generals Mustafa Kemal Atatürk niedergebrannt wurde, verließen die seit mehr als 3000 Jahren dort ansässigen Griechen, welche dem Inferno entkommen konnten, fluchtartig das Land.
Früher ein Bindeglied zwischen Ost und West hatte sich im Laufe der Zeit im Austausch mit ihren jüdischen, armenischen und türkischen Nachbarn eine eigenständige Musik mit klar unterscheidbarem Stil je nach Region entwickelt.

In der fremden, unbekannten Heimat war für die meisten Flüchtlinge nur Platz in den nun neu entstehenden Armenvierteln am Rande der griechischen Städte, wo sich seit Ende des 19. Jahrhunderts eine neue Subkultur herausgebildet hatte. Stets modisch herausgeputzt gingen deren Anhänger, Manges genannt, keiner geregelten Arbeit nach, sondern vertrieben sich ihre Zeit mit Haschisch-Rauchen in Kaffeehäusern und Musikcafés, Aman genannt. Sie spielten ihre eigene Musik auf Gitarre, Geige oder einer aus dem Orient übernommenen dreisaitigen Langhalslaute, der Bouzoúki, und ihrer kleineren Schwester, der Baglamá.

Im Laufe der Zeit vermischte sich die Musik der Neuankömmlinge mit der Musik der Manges. Man nannte sie Rembétiko und ihre Musiker "Rembétes", was von einem alten türkischen Wort abgeleitet wurde und soviel wie Rebell bedeutete.
In den 30er bis 50er Jahren wurde der Rembetiko von Vasilis Tsitsánis, Márkos Vamvakáris und Papajoánnou verändert, verfeinert und so einem breiteren Publikum zugänglich gemacht. Als echte Volksänger besangen die Rembetes tagesaktuelle Themen und politische Ereignisse der damaligen Zeit (die deutsche Besetzung während des 2. Weltkriegs, die Grausamkeiten des griechischen Bürgerkrieges 1946-49); sie sangen aber auch wunderschöne Liebeslieder.

Unmittelbar nach dem Ende der Militärdiktatur brachte Georgios Dalaras 1975 ein Album "50 Jahre Rembetiko" heraus. Langsam setzte seither eine allgemeine Wiederentdeckung des Rembetiko ein. Junge Musiker spielten die alten Lieder nach, standen aber oft vor dem Problem, dass sie die sogenannten dromoi (Wege), alte orientalische Skalen, mit ihren für europäische Ohren oft ungewohnten Tonschritten nicht mehr spielen konnten. Sie mussten also nicht nur die Grundlagen orientalischer Musik studieren, sondern sich auch der dazugehörigen Instrumente bedienen, wenn sie echten Rembetiko spielen wollte.
Auch heute noch ist Rembetiko ein wichtiges Element der griechischen Musik, mit dem sich Komponisten und Musiker auseinandersetzen und das sie inspiriert.

Woher kommt eigentlich die griechische Sprache und die griechische
 
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Die griechische Sprache und ihre Schrift
16.02.04
Rittner
     
  Woher kommt eigentlich die griechische Sprache und die griechische Bei der griechischen Sprache, die im Raum des heutigen Griechenland in der Vorzeit verbreitet war, handelt es sich um eine indoeuropäische Sprache.
Die ersten Zeugnisse, die auf Tontafeln und Vasen im Palast von Knossos auf Kreta gefunden wurden, stammen aus der Zeit von 1400 bis 1200 v. Chr. (= mykenisches Griechisch).
Das griechische Alphabet entstand später aus der phönizischen Schrift. Literarische Texte auf Papyrus wurden erst im 3. und 4. Jahrhundert n. Chr. in Ägypten gefunden.

Achäisch, Äolisch, Dorisch, Ionisch und Attisch waren die hauptsächlichen Dialekte des Altgriechischen. Attisch war die Sprache Athens und seiner Umgebung. Es galt auch als die Bildungssprache, in der die klassische griechische Literatur überliefert ist.

Seit dem 4. Jahrhundert bildeten diese sehr unterschiedlichen Dialekte zusammen eine gemeinsame Sprache, die Koine.

Die griechische Schrift
Sie ist von allen noch lebenden europäischen Schriftarten, die mehr oder weniger von ihr abhängen, die älteste. Sie enthält 24 Buchstabenzeichen und ist mit Sicherheit semitischen (phönizischen) Ursprungs. An die Stelle der für sie entbehrlichen Buchstaben der semitischen Sprache traten die Vokalzeichen der griechischen Sprache.

Die neugriechische Sprache
Kennzeichnend für die Geschichte dieser Sprache war der „Sprachdualismus“: die gesprochene Sprache = Dimotiki (Volkssprache) und die Bildungssprache = Katharevusa (Reinsprache). Diese beiden Sprachen entwickelten sich bis zur Wiederherstellung des Nationalstaats im 19. Jahrhundert immer weiter auseinander.
Als dann schließlich die Katharevusa zur offiziellen Staatssprache erklärt wurde, kam es zu heftigen Sprachkämpfen.
In Literatur und Presse setzte sich die Dimotiki immer mehr durch und da man sich in der Verfassung von 1975 auf keine bestimmte Sprachform mehr festlegte, kann man sagen, dass die „Zweisprachigkeit“ nunmehr endgültig überwunden ist.

Die Vereinfachung der Deklination und Konjugation sowie der analytische Satzbau sind die wichtigsten Unterschiede zum Altgriechischen. Der dezentralisierte Akzent des Altgriechischen wurde im Neugriechischen zentralisiert.

 
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Griechenland - wie es nicht jeder kennt
12.06.2003
Rittner
 


Teilnehmer des VHS-Sprachkurses Neugriechisch mit ihrer Kursleiterin unterwegs in Nordwest-Griechenland

Um eine Sprache gründlich zu erlernen, genügt es nicht, Vokabeln und Grammatik zu „pauken“. Die richtige Sicherheit in der Fremdsprache kommt erst mit den Übungen zum Hörverstehen und wo könnte man dies besser erproben, als im Land selbst.
Hat man dann noch das Glück, den ausgetretenen Touristenpfaden fernbleiben zu können, wird man immer wieder auf Menschen treffen, die sich freuen, dass Ausländer ihre Sprache sprechen.

Zum Fotoalbum

Mit dem Flugzeug ging es am 13.05.2003 von Nürnberg nach Thessaloníki und von dort aus in einem gemieteten Kleinbus (mit Klimaanlage!) zuerst nach Pélla und Vergína.

Pélla
Hauptstadt des gleichnamigen Nomos(= Bezirk) war bereits im 5. Jh. v. Chr. unter König Archelaos die Hauptstadt des Staates Makedonien. In der Zeit Philipps II. und Alexanders d.Gr. erlebte die Stadt ihren Aufstieg.
Von den Reichtümern der Stadt, die früher am Meer lag, ist heute kaum noch etwas zu sehen. Durch Aufschüttungen des Flusses Axios liegt die Stadt, die 168 v. Chr. vom siegriechen römischen Konsul Aemilius Paulus erobert und zerstört worden war, heute weiter im Landesinneren. Hier führte auch die arömische Straße Egnatia vorbei.
Die Ausgrabungsstätten zeigen Überreste des alten Palastes, in dem Philipp und Alexander geboren wurden, den Marktplatz und verschiedene Heiligtümer sowie Bodenmosaiken. Vier weitere Mosaiken sind im Museum vor Ort zu besichtigen.

Nur einige Kilometer weiter liegt Vergína, ein kleines Dorf, das erst durch den Fund des Grabes von Vergina bekannt wurde.
Das Grab von Vergina ist ein einige Meter unterhalb des Fürstenpalastes gelegener Grabbau aus Kalkstein aus der Mitte des 3. Jh. v. Chr. Zu sehen sind noch die schönen marmornen Türflügel, die Seitenpfosten der Tür, ein Marmorthron und Reste eines Tisches.
Bei weiteren Ausgrabungen entdeckte Prof. Manolis Andronikos von der Aristoteles-Universität Thessaloniki unter einem künstlich aufgeschütteten Erdhügel das Grab Philipps II. Fundgegenstände sind im Museum in Thessaloniki ausgestellt. Die Fassade des Grabs ist mit Fresken geschmückt. Die beiden benachbarten Gräber waren mit Sicherheit für Mitglieder der königlichen Familie bestimmt. Alle Gräber können auf die zeit von 350-325 v. Chr. datiert werden.

Nach diesen Ausflügen in die griechische Vergangenheit ging die Reise weiter auf der „griechischen Weinstrasse“ nach Naoússa, das berühmt ist für seinen Wein, aber auch für seine Wasserfälle, das Obst und den Karneval zur Zeit der Weinlese. Bei den Quellen von Agios Nikólaos, am Flussufer des Arapisti und im Städtchen Naoússa selbst ergaben sich zahlreiche Gelegenheiten, bei griechischem Wein mit den Einheimischen zu plaudern und Erlerntes auszuprobieren.

Vorbei an Édessa und einer wunderschönen Frühlingslandschaft mit blühenden Mohnfeldern ging die Fahrt weiter durch Makedonien nach Kastoriá.

Kastoría
gilt als eine der schönsten Städte Makedoniens und liegt auf einer kleinen Halbinsel, umgeben vom gleichnamigen See. Sie ist Bezirkshauptstadt und Zentrum des Pelzhandels. Seit ihrer wirtschaftlichen und kulturellen Blütezeit im 17. Jh. gibt es dort Pelzverarbeitung und Webereien sowie Stickereien, deren Produkte auch heute noch in unzähligen Werkstätten und Läden zu bewundern sind.
Wahrzeichen der Stadt sind die berühmten Herrenhäuser aus dem 18. und 19. Jh., in der Regel dreistöckig, mit großen Fenstern, Holzbalkonen, geschlossenen Erkern und reich mit Schnitzereien und Wandmalereien verzierten Innenräumen.

Der See von Kastoria ist im Frühjahr und Herbst besonders reizvoll. Die Restaurants, Tavernen und Cafés an den Seeufern sind bei sehr beliebt und luden natürlich auch unsere Reisegruppe zu einer köstlichen Fischmahlzeit und gemütlichen Gesprächen ein, bevor man weiterfuhr nach Siátista.

Siátista,
eine mittelalterliche Stadt auf einem Hügel mit interessanten byzantinischen Kirchen war im 16. bis 18. Jh. eine bedeutende Handelsstadt und ein ähnlich wie Kastoriá ein Zentrum der Pelzindustrie. Auch heute werden dort noch Pelze und Lederwaren verarbeitet.
Sehr sehenswert sind die Patrizierhäuser dieser Stadt mit ihren geschnitzten Holzdecken, Buntglasfenstern und großen Kaminen.

Nach einer Übernachtung im Hotel Archontikos in Siátista ging die Fahrt weiter nach Epirus.
Die Straße führte hinein und hinauf in die Gebirge Tymfi und Mitsikeli in das Gebiet von Zagóri mit 44 Dörfern, Zagorochória genannt.
Vieles weist darauf hin, dass das Gebiet von Zagóri gleichzeitig mit dem übrigen Epirus besiedelt wurde. Zagóri wurde von den Römern 167 v. Chr. zerstört, als sie 70 Städte von Epirus eroberten und 150 000 Bewohner nach Rom mitnahmen. Einige Ortsnamen weisen auf die einwanderung der Slawen hin und auch das Wort Zagóri ist slawischen Ulrsprungs und bedeutet „das Gebiet hinter dem Berg“.

Kónitsa,
63 km nördlich von Ioánnina an einem dicht bewaldeten Hang des Trapesitsa gelegen, mit herrlichem Blick auf die wildromantische Landschaft. Der Ort ist Ausgangspunkt für Bergwanderungen auf den Gamila oder zum Drakolimni-See.
Von der Agia-Varvara-Kirche aus, die wie ein Balkon in die Aoos-Schlucht hineinragt, kann man weiter unten eine einbögige Steinbrücke, die sich über den Aoos-Fluss spannt, erkennen, die größte ihrer Art auf dem Balkan.
Ein lohnender Ausflug führt durch Schluchten und Tannenwälder zum byzanthinischen Kloster Moni Stomiou, ein anderer zu der wegen ihrer Malerein sehenswerten Klosteranlage Moni Molivdoskepasti.

Flora und Fauna in dieser Gegen sind einzigartig wegen ihres Artenreichtums. Viele, sonst nur sehr selten vorkommende Tiergattungen wie Bären, Wildziegen, Schakale sind hier noch zu finden
.
Auch die Häuser sind in ihrem Aussehen unverwechselbar, weil sie ausschließlich aus dem hier vorkommenden grauen Gestein gebaut.

Von Kónitsa aus ging es weiter nach Monodéndri, von wo aus man die Vikos-Schlucht bis zu den Quellen des Voidomatis erwandern kann (in ca. 5 Std.)
Typisch für das Landschaftsbild sind die Herden des uralten Hirtenvolkes der Sarakatsenen, die z.T. ihre nomadisierende Lebensweise beibehalten haben.

In West-Zagóri besuchten wir Megalo Papingo, das sich seinen althergebrachten Charakter, ebenso wie das noch höher in den Bergen gelegene Mikro Papingo, erhalten hat.

Aus den Bergen führte der Weg dann hinab nach Ioánnina, gelegen am Pamvotis-See, der die Stadt an der nördlichen Seite umgibt.
Ioánnina, dasbereits zur Zeit Kaiser Justinians 527-65 n. Chr. gegründet worden war, verdankt seinen Namen dem Kloster des hl. Johannes (Agios Joannis), das an der Mauer der Festung in der Nähe der Aslan-Pascha-Moschee lag.
1204 wurde Ioánnina unter Michael Komnenus Hauptstadt des Epirus, fiel im 14. Jh. an das serbische Königreich und wurde 1431 von den Türken erobert. Ein Versuch des Bischofs von Trikki, die Stadt 1611 zu befreien misslang – die Türken blieben Sieger und die Christen verloren die Privilegien, die sie noch besaßen. Die beiden Moscheen, die in dieser Zeit gebaut wurden, sind Zeichen der absoluten Herrschaft der Türken in der Stadt.
Ali Pascha, ein Emporkömmling aus armer Familie, eine zwiespältige Persönlichkeit, ein grausamer Despot, kam 1788 an die Macht. Epirus wurde unter seiner Herrschaft die wichtigste Provinz des Osmanischen Reiches.
Trotz der Tyrannei entwickelte sich die Stadt rasch weiter und erlebte eine kulturelle und wirtschaftliche Blüte.
Wir besuchten dort die Aslan-Pascha-Moschee, die seit 1933 als Volkskunstmuseum dient. Im Hof befinden sich die Koranschule, das Mausoleum von Aslan Pascha und die Sonnenuhr.

Gegenüber auf einem Hügel liegt die Fetihe-Pascha-Moschee, in deren Hof das Grab Ali Paschas erhalten geblieben ist.
Beim Bummel durch die Straßen der Stadt konnten wir zahlreiche Gold- und Silbergeschäfte sehen. Schmuck und Ziergegenstände aus diesen Edelmetallen werden auch heute noch in Joánnina hergestellt.

Unser nächstes Ziel war die Stadt Parga am Ionischen Meer, ein beliebter Ferienort mit schönem Strand.
Wir stiegen hinauf auf den Hügel, auf dem sich heute noch die Reste einer Akropolis aus hellenistischer Zeit befinden und genossen einen herrlichen Ausblick auf die Stadt mit ihren einladenden Tavernen und Cafés an der Hafenpromenade.

Von Parga aus ging es vorbei an Metsovo, einer kleinen Bergstadt, in der viele der Einwohner im täglichen Leben noch Trachten tragen. Nachdem die Passhöhe des Katara-Berges überquert war, ging es hinab in die Thessalische Tiefebene nach Kalambaka zu den Meteora-Klöstern.

Etwa 4km nördlich der Stadt erheben sich die bizarr geformten und bis 300 m steil aufragenden Konglomeratfelsen, die durch die Ausschwemmungen einst gewaltiger Gebirgsflüsse aus dem nahen Pindos-Gebirge, vor allem des Pinios, entstanden.

Schon seit frühen Zeiten dienten die zerklüfteten und schwer zugänglichen Felsen als Zuflucht für die Bewohner dieser Gegend und um 950 ließen sich die ersten Einsiedler hier in Felshöhlen nieder. Zwischen 1356 und 1372 gründete Athanásios Meteoritis auf dem Fels Platys Lithos (=Breiter Stein) das erste Felskloster Megálon Metéoron, auch Metamórfosis genannt. Um 1388 vergrößerte der Mönch Joasaf, der aus kaiserlichem Geblüt war, das Kloster durch Schenkungen. Bis zum 16. Jh. entstanden auf den Nachbarfelsen immer neue Klöster, jedoch sind von den ursprünglich 24 heute nur noch 5 bis 6 bewohnt. Einst konnte man die Klöster nur über Strickleitern und Ziehkörbe erreichen. Seit 1880 etwa führen in den Fels geschlagene Treppen zu den Hauptklöstern empor.

Das Klostermuseum des Megálon Metéoron mit Ikonen und Bildnissen aus dem 14. Jh., alten Kirchengeräten, Reliquiaren, Evangeliaren und einer Reihe von alten Handschriften war für alle sicherlich von höchstem Interesse. Eine spätere Unterhaltung in griechischer Sprache mit den Nonnen des Klosters Roussánou zeigte allen Kursteilnehmern, dass sie doch schon sehr viel verstehen und auch sprechen können.

Weitere sehenswerte Klöster sind Varlaam, Agios Nikolaos, Agia Triada und Agios Stefanos.

Auf der Weiterfahrt nach Thessaloniki ging die Fahrt durch Trikala, das Tembi-Tal und vorbei am Olymp, der sich, wie es sich für den Sitz der Götter gehört, in Wolken hüllte.

„Und ihr Name sei Thessaloniki“ sprach König Philipp II nach der Geburt seiner ersten Tochter, Schwester Alexanders d. Großen. Später heiratete Kassandros, General unter Alexander und dessen Nachfolger auf dem Thron, die Prinzessin und gab der von ihm gegründeten Stadt (315-316 v. Chr.) ihren Namen.

 

Thessaloniki ist eine vitale, vor Leben sprühende Stadt mit breiten Boulevards, gepflegten Parkanlagen, großzügigen Plätzen und weiten Alleen. In der Innenstadt geschmackvolle Läden und immer wieder stößt man neben modernen Hochhäusern auf alte Häuschen aus der Türkenzeit und klassizistische Palais.

Wahrzeichen der Stadt ist der „Weiße Turm“/ Levkos Pirgos, Teil der alten Stadtbefestigung.

Tavernen, Ouzostuben, Restaurants, teure Lokale, Bars, Bouzouki-Kneipen, Cafés, Kellerlokale mit makedonischen Spezialitäten bieten für jeden etwas. In der Oberstadt findet man als Kontrastprogramm beschauliche Ruhe in verträumten Gassen, blühenden Gärten und Innenhöfen.

Auch wir fanden, was wir suchten:
Quirliges Leben auf dem Markt (wo jeder seine Sprachkenntnisse hervorragend anwenden konnte), moderne Geschäfte in den Straßen Egnatia und Tsimiski, sowie am Abend Live-Musik in einer kleinen Taverne in einer Seitenstraße, dargeboten von jungen Männern, die sich aus Freude am Musizieren hier niedergelassen hatten.

Der Versuch, hier auch nur einige der Sehenswürdigkeiten von Thessaloniki aufzuführen, würde viele Seiten füllen und den Rahmen dieser Berichterstattung sprengen. Sehen Sie hierzu unseren Bericht auf dieser Seite.

Um Fotos zu obigem Reisebericht zu sehen, bitte hier klicken!

 

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Die Ponten - ein Abriss ihrer Geschichte
04.05.02
Rittner
  
Bei den Ponten handelt es sich um eine der ältesten griechischen Volksgruppen, die sich bereits vor ca. 3000 Jahren am Schwarzen Meer (griechisch: euchinos pontos = gastfreundliches Meer) zunächst an der Süd-, dann an der Ost-, Nord- und Westküste angesiedelt hatte.
Viele Heldensagen erzählen von der Erkundung von neuen Handelswegen nordöstlich der Ägäis; die bekannteste von ihnen ist die Sage um das "Goldene Vlies", die den Kampf der Argonauten unter ihrem Anführer Jason beschreibt.
Die ersten Siedler kommen Anfang des 8. Jh. v. Chr. aus Militaw nach Kleinasien und gründeten dort Sinopi. Ihnen folgen Siedler auch aus anderen Städten Griechenlands wie Megare, Athen etc.
In dieser Zeit siedeln sich die Ponten vor allem rund ums Schwarze Meer an und gründen viele Küstenstädte. So erhalten sie die Kontrolle über die wichtigsten Handelswege. Für den griechischen Staat bedeutet dies ebenfalls einen sehr wichtigen strategischen Vorteil: Sein Hinterland kann in Frieden leben.
Als die Region später von der Persern beherrscht wird, behalten die griechischen Städte ihren autonomen Status und werden nach dem Vorbild der Metropolen demokratisch regiert.
Die in der Schwarzmeerregion liegenden Städte sagen sich 320 v.Chr. (nach dem Tod Alexanders des Großen) vom restlichen Griechenland los und gründen unter Mithridates den ersten Pontischen Staat.
Man pflegt den Kontakt und wirtschaftlichen Handel mit den großen Städten rund um die Ägäis, die ebenfalls große Vorteile dadurch haben.

63 v. Chr. dringt Rom in die Gebiete und Territorien der griechischen Staaten vor: Pontos wird dem Römischen Imperium unterstellt. Dies verläuft jedoch recht friedlich und hat auch keinen Einfluss auf die Kultur oder die Sprache, sondern beschert den Ponten in der nachfolgenden Zeit Frieden und Reichtum. Pontos ist nach Spanien der flächenmäßig größte Staat im Römischen Reich.
In den folgenden Jahrhunderten wird der Pontos wie auch andere Gebiete der Griechen christianisiert.
Während der Byzantinischen Epoche wird Pontos zu einer sehr bedeutenden Provinz. Sie bildet die östliche Grenze des Imperiums und wird von vielen Handelswegen, wie z.B. der Seidenstraße, gekreuzt. Durch diesen Tatbestand kommt es jedoch auch permanent zu Konflikten mit den benachbarten Völkern.
Im Jahre 1204, also nach der Eroberung Konstantinopels durch die Latiner Kreuzritter, gründet Alexander Komninos das Großkomninische Kaiserreich von Trapezount. 250 Jahre lang erlebt dieses kleine Kaiserreich seine Blütezeit.
Seine Hauptstadt istim Mittelalter berühmt für seine prächtigen Bauten und die Kunstfertigkeit seiner Handwerker.
Marco Polo bricht von hier aus zu seiner Reise nach China auf.
1461 wird Trapezount von den Osmanen erobert. Zu Tausenden flüchten die Griechen in den Kaukasus, nach Russland oder in die Berge des Hinterlandes. Viele Ponten verbleiben jedoch im Lande und werden zwangsassimiliert.

In den folgenden Jahrzehnten kommt es immer wieder zu Übergriffen von türkischen Muselmanen auf griechische Christen. Die Überlebenden suchen und finden Zuflucht bei den orthodoxen russischen Glaubensbrüdern.
Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts erleben die Ponten ihre letzte Blütezeit, eine Renaissance des Griechentums an der Küste des Schwarzen Meeres. Sie betreiben Handel, gründen Schulen, Theatergruppen, Trachtenvereine und geben Zeitungen heraus.


Die Machtergreifung der "Jungtürken" im Jahre 1908 bedeutet den Beginn des Niedergangs der Griechen sowie aller Christen im Osmanischen Reich. Die "Jungtürken" setzen sich die Türkisierung des Osmanischen Reiches als übergeordnetes Ziel: Durch Zwangsassimilation und auch Genozid sollen die christlichen Bevölkerungsgruppen vernichtet werden.
Kemal Atatürk vollendet diese Politik mit seiner sogenannten "Befreiungsrevolution".
Der Vertrag von Lausanne (1923) bedeutet das endgültige Ende der tausendjährigen Präsenz der Griechen in Pontos. Im Rahmen der obligatorischen Zwangsumsiedlung werden die Griechen aus der Türkei nach Griechenland umgesiedelt. Viele von ihnen finden auch Zuflucht in Russland, Armenien und Ägypten.
Zurück bleiben nur die Ponten moslemischen Glaubens (in den Gebieten Of und Tokat), die auch heute noch den pontischen Dialekt sprechen, welcher direkt aus der altgriechischen Sprache abgeleitet werden kann.

Der 19. Mai steht als Gedenktag für den Genozid an den Ponten. Für die nach Russland geflüchteten Ponten haben die Verfolgungen jedoch noch kein Ende. Lenin verspricht ihnen zwar die Anerkennung ihrer historischen und kulturellen Eigenständigkeit und darüber hinaus autonome Gebiete; aber bereits zwei Jahrzehnte später, in den 30er Jahren, werden sie zu Opfern der Sowjetisierungspolitik Stalins. Im Verhältnis zur Bevölkerungszahl sperrte die Sowjetmacht mehr Griechen als Angehörige anderer Volksgruppen in ihre Internierungslager und Gulags; es erfolgen Massenexekutionen und Deportationen.
Erst Anfang der 80er Jahre wird den Griechen wieder mehr Freiheit zugestanden. Mit Beginn der Perestroika kehren viele Ponten in ihre ursprünglichen Siedlungsgebiete am Schwarzen Meer und im Kaukasus zurück.
Diejenigen, die bereits vor 1923 nach Griechenland geflüchtet waren, fanden bessere Bedingungen vor.
Sie waren in ihre ursprüngliche Heimat, die sie vor fast 3000 Jahren verlassen hatten, zurückgekehrt und hatten begonnen, Dörfer aufzubauen und sich an das Leben in Griechenland zu gewöhnen.

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Athen 2004 - Die Spiele kehren heim
09.07.04
Rittner
   Athen 2004 - Die Spiele kehren heim!

Es sind nur noch wenige Tage, die uns - und damit auch Griechenland - von den Olympischen Spielen 2004 trennen.

Athen mit seinen ca. 4 Millionen Einwohnern ist heute eine pulsierende Stadt mit vielen Gesichtern. Sie verbindet das antike Stadtbild mit dem christlich-orthodoxen Erbe, zeigt das "bayrische" Gesicht aus dem
19. Jahrhundert und das Bild einer modernen Großstadt des
20. Jahrhunderts.

Athen, älteste Metropole Europas, Mutter der Philosophie, der Literatur und der Künste, befindet sich im Olympia-Fieber.

Es muss noch viel getan werden, damit vom 13. bis 29. August 2004 ca. 11.000 Sportler und Sportlerinnen, begleitet von ca. 6.000 Trainern, Physiotherapeuten, Delegationsmitgliedern u.a., an den 298 Wettkämpfen in 28 Sportarten teilnehmen können. Aber man liegt gut in der Zeit.

Die Organisation der Spiele stellt für Griechenland eine enorme Herausforderung dar. Sie ist Ansporn und zugleich Beschleunigungsfaktor für viele Entwicklungen im ganzen Land bzw. in Athen. Neue U-Bahn- und Tramlinien wurden gebaut bzw. schon bestehende Linien werden noch verlängert. Die Ringautobahn (die Attische Straße), die für fließenden Verkehr in der von Fahrzeugen stets verstopften Innenstadt sorgen soll, und der neue Internationale Flughafen "Eleftherios Venizelos" in Spata bringen bereits jetzt spürbare Erleichterungen.

Dennoch fordert Premier Kóstas Simítis, dass "mehr Dampf" gemacht werden muss, um die Vorbereitungen zu den Olympischen Spielen innerhalb des vorgegebenen Zeitplans vollenden zu können.
Auch Gianna Angelópoulos-Daskaláki, die Frau eines steinreichen Reeders und ehemalige Parlamentsabgeordnete, die vor drei Jahren als Bewerbungschefin die Spiele fast im Alleingang nach Griechenland geholt hatte, drängt zur Eile.

Viele Projekte wie z.B. eine Straßenbahn von der Innenstadt zur Küste, ein riesiger Park auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens sowie die Zusammenführung der archäologischen Stätten in der Innenstadt bedürfen noch eines großen Kraftaktes bis zu ihrer Vollendung.
28 Hotelprojekte, die ca. 6.800 Betten für den Ansturm von Athleten und Besuchern während der Olympischen Spiele bereitstellen sollen, sind geplant.
Es ist beabsichtigt 6.000 Berufs- oder auch "Hobby"-Kraftfahrer zur Unterstützung des Transports von Sportlern, Physiotherapeuten, Delegationsmitgliedern etc. einzustellen. Die Bewerber müssen über ausreichende Fremdsprachenkenntnisse verfügen sowie geschichtliches und kulturelles Wissen über Griechenland und die olympische Idee besitzen. Schnellkurse sollen dieses Wissen vermitteln helfen.

Der Belgier Jacques Rogge ist dennoch zuversichtlich. Nach seiner Wahl zum IOC-Präsidenten im Sommer 2001 sagte er, "dass Athen nun den Marathon eben im Sprinttempo zurücklegen müsse". Gianna Angelopoulos-Daskalaki macht sich selbst Mut und konstatiert, dass Griechenland den Olympischen Spielen 2004 eine triumphale Rückkehr bereiten wird.
(Weitere Infos zu den Olympischen Spielen 2004 unter www.athens.olympic.org)

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Trikala - Partnerstadt Ambergs
22.10.01
Rittner
 

In Zentralgriechenland liegt die fruchtbare thessalische Tiefebene. An deren Westende befindet sich die heutige Stadt Trikala, Homers "Trikke", deren Name vermutlich auf Trikke, die Tochter des Pinios, zurückzuführen ist.
Auch spricht man davon, dass hier eine Göttin der Heilkunde verehrt wurde und man nimmt an, dass Trikala Geburtsort des Asklepios, des Gottes der Heilkunst, war.
Im Südwesten der Stadt befinden sich Überreste desTempels des göttlichen Arztes. In diesem ältesten Tempel befand sich ein Heilzentrum, an Bedeutung gleich den Stätten von Epidaurus und Kos.

Der günstigen Lage wegen gab es hier bereits im Altertum regen Handelsverkehr. Nahe der Kirche Panagia Phaneromeni in Trikala gibt es eine kleine Sammlung archäologischer Funde.

In der Nähe des Asklepios-Tempels steht die Burg von Trikala, die in byzantinischer Zeit auf Überresten aus der hellenistischen Epoche erbaut wurde.Unterhalb dieser byzantinischen Burg, die auf dem Gipfel eines bewaldeten Berges genau an der Stelle erbaut wurde, wo sich in der Antike die Akropolis befand, liegt am Ufer des Lithäos Flusses die Stadt Trikala.

Vom Hügel des "Propheten Elias", dort befinden sich auch der Stadtpark und der Zoologische Garten, hat man eine herrliche Aussicht über die Ebene mit den kleinen und größeren Dörfern.

Die byzantinischen Kirchen Agios Dimitrios und Agii Anargiri sind auf jeden Fall einen Besuch wert.

Sonstige interessante Stätten in der Umgebung von Trikala:

Fährt man von Trikala nach Südwesten am Portaikos, einem Nebenfluss des Pinios, entlang, erreicht man die Enge von Pili, die in der Antike als Durchgang und schnellster Weg von Epirus nach Thessalien diente.

Überreste von mehreren antiken Städten wie z.B. Pialeia, Phaloiria und Gomfoi findet man dort, wo die thessalische Ebene endet und sich die ersten Berghöhen des Koziakas zeigen; ebenso im nördlichen Koziakas.

Nordwestlich der Hauptstraße, die Trikala mit Karditsa verbindet, liegt am Westhang eines Felsens Phanari, das mit der homerischen Stadt "Klomakoessa Ithomi" (die Felsenreiche) identisch sein soll.

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Meteora - Klöster, zwischen Himmel und Erde schwebend
22.10.01
Rittner
     

Ca. 30 km von Trikala entfernt, genau an der Stelle, wo der Fluss Pinios die Enge des Pindos-Gebirges verlässt, um in die thessalische Ebene hinabzufließen, liegen die Meteora-Klöster.

Wuchtige Felsen, von den Stürmen der Zeit geformt, als sollten sie diejenigen beherbergen, die sich vom Glauben geleitet in die Einsamkeit zurückziehen, um sich einzig und allein der Anbetung Gottes zu widmen.

 

  Kloster Roussánou

Die Geschichte der Mönchsrepublik Meteora begann im 11 Jh., wenngleich sich die ersten Eremiten bereits im 9. Jh. in den Schluchten und Höhlen dieser Felsen niedergelassen hatten. An Sonntagen und großen kirchlichen Festen versammelten sie sich auf dem Felsen von Doupiani bei Kastraki, um die Messe zu lesen. Daraus entwickelte sich im Lauf der Zeit die Skiti (Gemeinschaft) von Doupiani bzw. Stagi.

Aber erst ab dem 14. Jh., als die ersten Klosterbauten entstanden, lässt sich die Entwicklung dieser Mönchsgemeinschaft in Einzelheiten verfolgen.
Seine Blütezeit erlebte das Mönchstum im 15. und 16. Jahrhundert. Danach begann der Niedergang und heute sind von den ursprünglich 24 Klöstern nur noch 5 bewohnt: das Große- Meteoron-, das Varlaam- und das Agia Triada-Kloster von Mönchen, das Agios-Stefanos- und das Roussanou-Kloster von Nonnen.

Eine gute, asphaltierte Straße schlängelt sich heute zwischen den Klöstern hindurch und erleichtert deren Besuch. Reiche Wandmalereien, vergoldete Holzschnitzereien und alte Ikonen belohnen die Besucher.

Die Straße endet beim Kloster Meteoron, dem größten und bedeutendsten alle Klöster. In der Vergangenheit konnte es nur über eine Strickleiter oder in einem Korb, in dem die Mönche den Besucher hinaufzogen, erreicht werden.
Heute gelangt man über 115 steile, unregelmäßige, in den Felsen gehauene Stufen hinauf.
Im ehemaligen Speisesaal mit dem riesigen Tisch ist heute ein Museum für Volkskunst untergebracht. Außerdem gibt es eine Bibliothek mit unzähligen Büchern und Manuskripten, Zeugen des einstigen Reichtums. Dieser verhalf Meteoron zur Autonomie sowie zu wertvollen Kunstwerken, die man heute noch bestaunen kann. Man sollte auf keinen Fall versäumen, die Kirche Metamophosis mit der zwolfseitigen Kuppel und herrlichen Wandmalereien zu besuchen.

 

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Griechenland und die Wittelsbacher im 19. Jahrhundert - Soldaten aus der Garnisonsstadt Amberg
10.11.01
Rittner
 

(Auszüge aus einem Bericht von Herrn OTL a.D. Peter Pauly)

Historischer Hintergrund

Seit Jahrhunderten hatten die Griechen unter der Herrschaft der Osmanen gelitten. 1821 erhoben sie sich gegen die Fremdherrschaft und führten eine grausame Guerilla gegen die Türken. Unterstützt wurden sie dabei von den Philhellenen, „Freunde der Griechen“, die sich im Befreiungskrieg zur Verfügung stellten.

Nachdem die türkische Flotte von einer Armada der verbündeten Großmächte England, Russland und Frankreich vor Navarino zusammengeschossen und auf den Grund des Meeres versenkt worden war, schloss man in London mehrere Verträge, die zur Unabhängigkeit Griechenlands führen sollten. Als Standard der damaligen Staatsform betrachtete man die Monarchie. Also wurde ein Königshaus gesucht, das für Griechenland einen Monarchen stellen konnte. Das alte byzantinische Herrscherhaus galt als ausgestorben, obwohl Nachkommen der kaiserlichen Familie der Paläologen noch auf der Halbinsel Mani lebten. Ein Herrscher aus der Dynastie einer Großmacht kam nicht in Frage, denn die leer ausgegangen Staaten hätten dies aus Eifersucht nicht ertragen. So verfiel man - nach einigem erfolglosen Suchen - auf Bayern: Eine Mittelmacht ohne maritime Interessen, ungefährlich.

König Ludwig I. wollte tatsächlich aus Begeisterung für die Antike und aus Liebe zu den Griechen ehrlichen Herzens helfen. Außerdem erhoffte er sich eine gewisse Aufwertung der eigenen Monarchie, die ja erst vor einigen Jahren aus „Napoleons Gnaden“ hervorgegangen war.

1833 traf der neu gekürte König der Griechen, Ludwigs Sohn Otto, in Hellas ein. In Nauplia, der vorläufigen Hauptstadt des neuen Griechenlands, wurde er von seinen Untertanen begeistert begrüßt. Begleitet wurde er von bayerischen Truppen, die dem König und seiner Regentschaft in dem noch herrschenden Chaos Sicherheit und Unabhängigkeit von Partei-Interessen jedweder Art gewähren sollten.

Schon einer der Londoner Verträge hatte ein Hilfskorps von 3600 Mann auf Kosten Griechenlands vorgesehen. Im Freundschafts- und Allianzbund zwischen Griechenland und Bayern wurde die Frage dann genauer geregelt: Ein Hilfskorps Freiwilliger aus Bayern sollte auf Kosten Griechenlands drei Jahre lang unterhalten werden.
Als Otto nach Griechenland zog, hatte sich das Anwerben dieser Freiwilligen verzögert, so dass König Ludwig seinem Sohn kurzerhand Pflichtverbände mitgab. Diese wurden nach und nach von den Freiwilligen abgelöst. Der Kern der neuen Armee Griechenlands bestand somit zunächst aus Deutschen, meist Bayern; nur vereinzelt gab es griechische Offiziere.
1843 wurde König Otto I. nach einem Staatsstreich gezwungen, Griechenland eine Verfassung zu gewähren und alle Nichtgriechen aus Regierung, Verwaltung und Armee zu entlassen. Die Griechen waren der Vorherrschaft der Deutschen überdrüssig geworden.

Das Amberger Batallion

Den Weg eines der Pflichtverbände, des ersten Bataillons des 10. Infanterieregimentes aus Amberg wollen wir verfolgen. Uns steht dazu eine einmalige Quelle zur Verfügung: der Bericht des Corporals Michael Chursilchen, dessen Büchlein 1835 im Druck erschien. Für den Griechenlandfeldzug gehörte das Amberger Bataillon jetzt zum zweiten Linieninfanterieregiment, war auch dort das erste Bataillon. Es zählte 23 Offiziere und 756 Mann.

Chursilchen schreibt: „Das Bataillon trat...am 10. November 1832 den Marsch nach Griechenland an, und ein theilnahmsvoller Abschied, so wie die herzlichsten Wünsche für ein glückliches Wiedersehen sprachen sich aus jedem Munde - auch am Thore Ambergs in den Worten aus: ‚Möge bald von Hellas Höhen Eure Fahne heimwärts wehen!’“. Nach einem Fußmarsch über Regensburg und Freising erreichte man Schwabing, dort begrüßte das Bataillon in Paradeaufstellung den zukünftigen griechischen König Otto.

Die Alpen wurden über den Brenner überquert und am 24. Dezember erfolgte die Einschiffung der Amberger in Triest. Die gesamte Flotte sammelte sich in Pirano und segelte mit 36 Schiffen am 5. Januar 1833 ab. Nach einer stürmischen Seefahrt ging man am 3. Februar in Nauplia von Bord und bezog die Festung Palmides über der Stadt.

Am 6. Februar wurde König Otto von der bayerischen Brigade, den Resten eines französischen Expeditionskorps und von den Griechen jubelnd begrüßt. Später wurde das Amberger Bataillon nach Argos verlegt; am 7.3.1833 marschierte es nach Westen. Zwei griechische Offiziere, eine griechische Artillerieabteilung und zwanzig Griechen begleiteten das Kommando. Maultiere und Kamele dienten als Lasttiere.

Als Chursilchen mit seiner Kompanie nach Salona (Amphissa) zur Befriedung der Umgebung geschickt wurde, unternahm er einen „Privatausflug“ nach Delphi. „Ich segnete im Geiste noch die Helden, welche einst auf diesen göttlichen Fluren als Muster der hellenischen Nation wandelten, und alles Gute und Schöne befördern halfen; ich fühlte mich aber auch von traurigen Betrachtungen über den Schicksals-Wechsel dieses Landes in neuerer Zeit wehmüthig ergriffen.“ Anfang August marschierte das Bataillon an der Westküste der Peloponnes nach Süden, die letzten französischen Truppen hatten Griechenland verlassen, und die Bayern übernahmen die Garnisonen. Navarino (Pilos), Modon (Methoni), Koron (Koroni) und Kalamata wurden besetzt.

Die Zahl der Freiwilligen war mittlerweile stark angestiegen, so dass das Bataillon an die Rückfahrt glaubte. Leider gehörten die Amberger jedoch noch nicht zu den glücklichen Verbänden, die im Februar 1834 in die Heimat eingeschifft wurden.Auf der Mani war es zu Aufständen gegen die neue Regierung gekommen. Der Anlass war, dass die Regierung die befestigten Wohntürme auf der Halbinsel sprengen wollte.

Die Amberger bekamen im Mai den Befehl, mit zwei Kompanien Tsimova, die Hauptstadt der Mani zu besetzen, um es von Rebellen frei zu halten. Eine weitere Kompanie kam aus dem Osten der Peloponnes. Die Amberger schifften mit zwei Kompanien unter Hauptmann Bouhler ein und die drei Kompanien verschanzten sich in den Wohntürmen. Die Klephten (= Rebellen) hatten den Vorteil, die Bevölkerung der Mani auf ihrer Seite zu haben und da sie das Gelände gut kannten, erkämpften sie sich Turm um Turm. Am zweiten Gefechtstag konnten nur noch zwei Türme gehalten werden, 4 Soldaten waren schwer verwundet, 6 gefallen, 135 gefangen. Bouhler, dessen Leute kaum noch Munition hatten, kaufte die Gefangenen von den Klephten los und kehrte auf dem Landweg zurück.

Auch ein weiterer Einsatz im August gegen Aufständische um Aslan Aga scheiterte. Am 8. Dezember endlich verließen die Amberger Griechenland und trafen am 24. Februar 1835 in der Heimatgarnison ein. Das Bataillon hatte in Gefechten 1 Offizier, 2 Unteroffiziere und 9 Personen aus dem Mannschaftsstand verloren, durch Krankheit oder Verwundung 149 Mann, durch Unfälle 2 Soldaten und durch Selbstmord 3 Mann, insgesamt also 166. Ein paar Soldaten blieben als Freiwillige in griechischen Diensten.

Spuren einer historischen Episode

Wenn wir aufmerksam schauen, finden wir in der Heimat noch Spuren des bayerischen Engagements in Griechenland:

Doktor Ringseis zum Beispiel hatte dereinst den jungen Kronprinzen Ludwig nicht nur als Arzt auf dessen Reise nach Italien begleitet. Er hatte dem späteren König auch die klassische und „deutsche“ Antike nahe gebracht, dies führte dann zum Engagement Bayerns in Hellas. Das Geburtshaus des Doktors ist heute noch in Schwarzhofen zu sehen. Ein paar hundert Meter daneben stand das Haus, in dem General Stephan geboren worden war, der später als junger Offizier in Griechenland Dienst tat. Diesen beiden Männern sind Abteilungen im Schwarzachtaler Heimatmuseum in Neunburg v.Wald gewidmet.

Die Stamsrieder Schlossgaststätte schreibt in einem Prospekt von den Eichen und Blutbuchen, die ein Mitglied der Regentschaft, Karl von Abel, aus Griechenland mitgebracht hatte, und die er einpflanzte, nachdem König Ludwig ihm das Schloss zum Lehen gegeben hatte.

In Schloss Egg bei Deggendorf verbrachte ein anderes Mitglied der ersten griechischen Regierung, Graf von Armansperg, seinen Lebensabend.

In Kotzheim bei Amberg besitzt ein Herr eine Kiste, die wie ein riesiger Nähkasten aufgemacht werden kann; eine Vorfahrin von ihm war als Marketenderin mit dem Hilfskorps nach Griechenland gegangen, und die Kiste war ihr „Verkaufsladen“ gewesen.

Corporal Michael Chursilchen heiratete eine Griechin, die jung in Amberg an Schwindsucht starb.


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Makedonien - 4000 Jahre Geschichte und Kultur
09.07.01
Rittner
     

Den ersten Menschen auf griechischem Boden, den "Neandertaler von Petralona", treffen wir in einer Tropfsteinhöhle der Chalkidike. Er lebte hier tausende von Jahren mit nichts als seinen Steinwerkzeugen.
Irgendwann baute er sich feste Häuser aus Lehm, Zweigen und Schilfrohr und gründete Siedlungen. Er bestellte das Land und geschickt formte er aus Ton Geräte und Gefäße. Auch erste Kunstwerke wie die kleinen Ton-Idole von Nea Nikomidia (6000 v.Chr.) und die Köpfe von Drama (4000 v.Chr.) zeugen von seiner Sensibilität und Ausdruckskraft.

Um 2300 v.Chr. beginnt mit der Niederlassung von neuen Siedlungsgruppen in Makedonien die griechische Geschichte dieses Landesteils. Eiserne Waffen und Bronzeschmuck zeugen vom hohen kulturellen Niveau des damaligen Menschen. Über Kontakte mit dem übrigen Griechenland finden in archaischer Zeit Vasen aus Korinth und Athen ebenso ihren Weg nach Makedonien, wie Elemente der ionischen Baukunst. Der Einfluss des südlichen Griechenland wird in klassischer Zeit noch nachhaltiger. Aléxandros, König der Makedonen, Vorfahre Alexanders des Grossen, nimmt nun auch an den Olympischen Spielen teil, die bisher allein Griechen vorbehalten waren. Er ruft Philosophen, Dichter, Maler und Musiker an den Hof zu Vergina und Aristoteles legt den Grundstein des europäischen Denkens. Inspiriert von ionischen Meisterwerken finden die einheimischen Künstler zu ihrem eigenen Stil und es entstehen erstaunliche Kunstwerke. Alexander der Große bringt diese Künste bis weit nach Asien hinein und sie bleiben in der einheimischen Bevölkerung lebendig wie die Erinnerung an Alexander selbst. Bis ins Mittelalter und in die Renaissance lebt er in Mythen und Sagen fort.

Schon früh, bereits mit Apostel Paulus, fand die christliche Religion in Makedonien Eingang. Thessaloniki steigt im byzantinischen Reich zur zweitwichtigsten Stadt auf. In ganz Makedonien entstehen prächtige Kirchen und Klöster, wie z.B. in Kastoria, in Veria, auf dem Berg Athos und in Thessaloniki.
Die türkische Besetzung Makedoniens lähmt das dortige Wirtschaftsleben, bis es im 18. Jh. den Griechen gelang, die Zügel in einigen Bereichen wieder in die Hände zu nehmen. Aus dieser Zeit findet man vor allem Volkskunst wie Tonkrüge, Gold- und Silberschmuck sowie geschnitzte Portale, die bis heute in makedonischen Herrenhäusern und Kirchen erhalten geblieben sind.
Die Eroberer überzogen das Land mit Raubzügen und Plünderungen, aber immer nur bis zu dem Augenblick, an dem sie unter den Einfluss der Kultur dieses Landes gerieten.

Die Chalkidike mit ihren drei Fingern Kassandra, Sithonia und Athos ist eines der schönsten und touristisch am besten erschlossenen Gebiete Makedoniens. Malerische Dörfer, dichte Wälder, fantastische Strände und Buchten mit goldgelbem Sand.
Der heilige Berg Athos ist autonomer Teil des griechischen Staatsgebiets. Seit dem Jahr 1045 gelten folgende Bedingungen für den Zutritt zur Mönchsrepublik: Bis zu 100 griechische Staatsangehörige, Auslandsgriechen oder Ausländer orthodoxen Glaubens sowie 10 Ausländer oder Andersgläubige können täglich den Heiligen Berg besuchen. Zur Besuchserlaubnis für Ausländer wende man sich unter Tel. 861 611 an das Wallfahrerbüro zum Hl. Berg in Thessaloniki und für griechische Staatsangehörige unter Tel. 833 733. Die Genehmigung berechtigt zu einem Aufenthalt von vier Tagen. Frauen ist der Zutritt auf Grund des "Abaton" (Unbetretbaren) untersagt.
Heute sind von den ursprünglich 40 Klöstern mit tausenden von Mönchen nur noch 20 bewohnt. Die Klöster des Athos sind ein einziges Museum für byzantinische Sakralkunst . Bei einem Rundgang wird der Besucher nicht nur von den Wandmalereien beeindruckt sein, sondern auch von den Mosaiken und Miniaturen, dem Messgeschirr und den Reliquien sowie den Bibliotheken.

Imathia, mit der Hauptstadt Veria. In byzantinischer Zeit war Veria als ein bedeutendes Handelszentrum auch eine der Hauptstädte Makedoniens. 12 km entfernt liegt die Ausgrabungsstätte von Vergina.Von großem Interesse sind die Königsgräber, die 1977 und 1978 dort entdeckt wurden. Das große Grab war das Philipps II und barg einen Marmorsarkophag mit einer massivgoldenen Osteothek mit den Knochen des Toten und seinem goldenen Eichenlaubkranz. Außerdem befanden sich in der Grabkammer noch seine Waffen und das Königsdiadem. Auch eine der sieben Frauen Philipps war in derselben Grabkammer beigesetzt. Alle Grabbeigaben sind im Archäologischen Museum in Vergina ausgestellt.
Für seinen Wein, aber auch für seine Wasserfälle und den Karneval ist Naoussa berühmt.

Pieria - Dion: Hier sind Ferien am Meer und in den Bergen möglich. Zauberhafte Sandstrände am Thermaischen Golf, dahinter die Hänge des Götterberges Olymp. In der fruchtbaren Ebene von Pieria, kurz vor dem Aufstieg zum Olymp liegt das antike Dion ("des Zeus"). An diesen Ort kamen die Makedonen, um die seit dem 5. Jh. v. Chr. hier regelmäßig stattfindenden Olympischen Spiele zu verfolgen. Katerini, die Hauptstadt der Präfektur, 23 km weiter Leptokaria sowie Agios Panteleimonas und Platamonas sind vielbesuchte Strandbäder dieser Region.
Die Präfektur Kozani ist nach ihrer Hauptstadt benannt. Patrizierhäuser aus dem 19. Jh., einige schöne Kirchen mit holzgeschnitzten Chorschranken und Wandmalereien sind hier zu besichtigen. Kozanis Stolz ist jedoch die Kouventarios-Stadtbibliothek mit 69.000 Bänden und vielen seltenen Urkunden.
Will man von Thessaloniki nach Kozani, so führt die Straße durch Grevena in der gleichnamigen Präfektur. Wer die Ruhe liebt, die reine Bergluft, den Wald, der ist hier richtig. Im Freilufttheater der Stadt finden im Sommer Festspiele und Folkloreveranstaltungen mit Ensembles aus dem In- und Ausland statt.

Kastoria, Hauptstadt der gleichnamigen Präfektur, ist eine der schönsten Städte Makedoniens. Kastoria liegt an einem romantischen See und bezaubert den Besucher mit einer gut erhaltenen Altstadt, prächtigen Herrenhäusern und byzantinischen Kirchen.
Im 17. Jh., in der Zeit der Türkenherrschaft, lag die wirtschaftliche und kulturelle Blüte der Stadt. Seit damals betreiben die Einwohner die Pelzverarbeitung und Stickerei/Weberei. Wahrzeichen der Stadt sind die berühmten Herrenhäuser aus dem 18. und 19. Jh., in der Regel dreistöckig, mit grossen Fenstern und Holzbalkonen, sowie reich mit Schnitzereien und Wandmalereien verzierten Innenräumen.
Die Städte Florina mit den in der Nähe gelegenen Prespa-Seen, Edessa mit dem Ausgrabungsgelände des antiken Pella, Serres mit der noch lebendigen Weiberherrschaft in Monoklissia, Feuertänzern in Agia Eleni und dionysischen Tänzen in Gazoros, sowie Drama, das an einem Ausläufer des Falakro-Gebirges, dem "Berg der Blumen", liegt, haben für Touristen ebenfalls allerlei zu bieten.
Unbedingt einen Besuch wert ist die Hafenstadt Kavala. Sie zeigt ein harmonisches Nebeneinander von Gegenwart und Vergangenheit: alte Häuser im traditionellen Stil, blühende Vorgärten und enge Pflastergassen, sowie unten am Hafen ruhig im Wasser dümpelnde Fischerboote.
Von hier fährt man mit dem Schiff nach Thassos, zur grünen "Insel der Sirenen", die ca. 17 Seemeilen vor Kavala im Meer liegt. Fantastische Strände oder steil abfallende, bewaldete Schluchten und zahlreiche Fischerdörfer laden zu einem unvergesslichen Urlaub ein.

Reisetipp: Ausgesuchte Reisen zu allen Zielen in Griechenland bietet Ihnen das Reisebüro unseres Vereinsmitglieds Christa Hummel, Amberg, Ziegelgasse, Tel: (09621) 13850.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Athen - die griechische Hauptstadt
30.05.01
Rittner
     

Die ältesten Besiedlungsspuren wurden am Süd- und Nordhang des Akropolisfelsens gefunden und datieren zurück auf das Jahr 3500 v.Chr. Aus dieser Zeit stammen Brunnen, die dieses frühe Volk, das sich der antiken Überlieferung nach Pelasger nannte, hier grub. Auch der Anbau von Reben und Ölbäumen scheint damals schon bekannt gewesen zu sein.
Im Zuge der Völkerwanderung drangen um 1900 v.Chr. Ionier (sie nannten sich auch Hellenen) in Attika ein. Etwa um 1300 v.Chr. wurde mit der Vereinigung der 12 attischen Stadtstaaten die Vormachtstellung Athens über Jahrhunderte begründet. Die Akropolis mit den Kultstätten für Athene und Poseidon wurde zum Zentralheiligtum Attikas.
Im Laufe der Geschichte war das antike Athen von weltweiter Ausstrahlung immer bedeutungsloser geworden, bis es im Mittelalter zur Bedeutungslosigkeit eines Provinzortes absank. 1833, als die Türken vertrieben waren, hatte die Stadt noch knapp 3000 Einwohner. Als im Jahre 1834 König Otto Athen zur Hauptstadt Griechenlands machte, begeisterten sich klassizistische Architekten für die von Altertümern reich gesegnete Stadt und bereits 1899 war die Stadt auf 110 000 Einwohner angewachsen.
Heute besitzt Athen mehr als 4 Millionen Einwohner und ist, zugegebenermaßen, eine laute, chaotische, von Luftverschmutzung und Verkehrsproblemen geplagte Stadt. Für die hier 2004 stattfindenden Olympischen Spiele will man diese Probleme weitgehend im Griff haben.

Trotzdem: Lässt man sich erst einmal auf diese Stadt ein und lernt, wie ein Grieche selektiv zu schauen - also über Negatives hinwegzusehen - entpuppt sich Athen schon jetzt als eine schöne Stadt. Nirgendwo in Griechenland sind Antike und Gegenwart so nah beieinander, gibt es so viele Museen und Altertümer wie hier. Athen - Geburtsort des europäischen Theaters und der Demokratieö. Die Tempel der Akropolis - Meisterleistungen der Architektur.

Darüber darf man jedoch auf keinen Fall das kulturelle Leben der Gegenwart vergessen, die Tavernen, Märkte, Einkaufsstraßen und Häfen. Ohne sie gesehen zu haben, würde man nur ein unvollständiges Griechenlandbild mit nach Hause nehmen.

Unser Tipp:
- Unterhalb der Akropolis im Altstadtviertel Pláka gibt es nicht nur zahllose Tavernen, sondern auch viele malerische Winkel mit bis zu 150 Jahre alten Wohnhäusern, kleinen Kirchen und antiken Ruinen. Die meisten Musikkneipen findet man an der Odós Mnisikléus, viele Tavernen in der Odós Kidathinéon.
-
Ein Besuch in Piräus, Griechenlands größter Hafenstadt, lohnt allemal. Zwar dient der große Handelshafen Kantharáos heute vor allem dem Fährverkehr zu den Inseln und als Anlegeplatz für die Kreuzfahrtschiffe; doch der kleine Yacht- und Fischerboothafen Mikkrolímano mit seinen vielen guten Fischrestaurants ist vor allem in den Abend- und Nachtstunden eine gute Adresse.

Sehenswertes:
Akropolis: Mitten in der Stadt, auf einem 156 m hohen Felsen, zählt sie zu Athens bedeutendsten Tempeln. Die Propyläen, das Eingangstor zum Heiligen Bezirk, der Nike-Tempel, der kleinste Tempel der Akropolis, das Erechteion, dessen Dach getragen wird von sechs Karyatiden und - der größte und immer noch glanzvollste Bau auf der Akropolis - der Parthenon, beeindrucken jährlich unzählige Besucher.
Archaía Agorá: Auf diesem Markt- und Versammlungsplatz zu Füßen der Akropolis schlug das Herz der antiken Stadt Athen.
Odeon des Herodes Attikus: Von der Akropolis aus hat man einen guten Blick auf das Theater, das nur für Theateraufführungen geöffnet wird. Während der Athener Sommerfestspiele finden 5000 Zuschauer darin Platz.
Athen, so wird man schließlich noch feststellen, ist ein idealer Standort für zahlreiche Ausflüge per Auto, Schiff oder Linienbus, um antike Tempel und Heiligtümer, byzantinische Kirchen und Klöster oder auch nahegelegene Inseln zu besuchen.
Reisetipp: Ausgesuchte Reisen zu allen Zielen in Griechenland bietet Ihnen das Reisebüro unseres Vereinsmitglieds Christa Hummel, Amberg, Ziegelgasse, Tel: 13850.

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Thessaloniki
23.04.01
Rittner
     

Thessaloniki ist heute die zweitgrößte Stadt Griechenlands. Zahlreiche Zeugen ihrer 2300jährigen Vergangenheit kann man auf einem Spaziergang durch die Stadt finden: Die byzantinische Stadtmauer konnte bereits im Jahre 285 v. Chr. ersten Angriffen widerstehen; die Reliefs am Galeriusbogen erzählen von großen Männern und ruhmreichen Schlachten aus der Zeit um 297 n. Chr.; etliche Bauten aus türkischer Zeit sind stummer Zeuge vieler Verteidigungskämpfe und wechselnder Herrscher und die vielen Kirchen mit ihren Fresken und Mosaiken geben Zeugnis von der tiefen Religiosität seiner Bewohner.
Heute ist Thessaloniki eine moderne Wirtschaftsmetropole, betriebsamer Seehafen und aufstrebender Industriestandort. Die Stadt mit ihren Theatern, Cafes, feinen Restaurants und Bars bietet mondänes Stadtleben ebenso wie schlichte Tavernen und gemütliche Kafenía.
Die von vielen verwinkelten und steilen Gassen durchzogene Áno Póli (=Oberstadt) liegt hoch über der Stadt. Dieses malerische Stadtviertel mit seinen Gärten und geschmückten Balkonen ist eine kleine Idylle mitten in der Großstadt. Von der ganz oben gelegenen Zitadelle genießt man einen herrlichen Blick über Thessaloniki und das Meer.
Unser Tipp: Versäumen Sie es nicht, durch die Einkaufsstraßen Tsimíski und Mitropóleos mit ihren Luxusgeschäften, Boutiquen und anderen Läden ausgiebig zu bummeln. Aber auch die lebendigen und pittoresken Märkte mit ihren geschäftigen Gemüse-, Obst-, Fleisch- und Fischhändlern sollten Sie unbedingt besuchen. Rund um die Märkte können Sie sich wie die Einheimischen in den urtümlichen Kneipen mit kleinen Gerichten stärken oder einfach zwischendurch einen Kaffee trinken.
Sehenswertes:
Weißer Turm: Von den Venezianern 1430 zur Befestigung des Hafens erbaut und heute Wahrzeichen der Stadt mit Museum (Ikonensammlung).
Áno Póli: Stadtteil hoch über der Stadt mit schönen Tavernen und herrlichem Rundblick über Thessaloniki.
Aghios Dimitrios: Dem Schutzpatron der Stadt geweihte Kirche mit wertvollen Mosaiken aus dem 7. und 9. Jahrhundert (nur eine von vielen sehenswerten Kirchen).
Museen: Das Archäologische Museum, das Byzantinische Museum gelten als die Bekanntesten. Eine besondere Attraktion des Archäologischen Museums stellen die in einem Sonderflügel gezeigten, einzigartigen Funde aus den makedonischen Königsgräbern von Vergina dar.
Ladadika: Die alten Lagerhallen, Handwerkshäuser und Werkstätten des alten Hafenviertels wurden liebevoll restauriert.Die vielen Tavernen, Bars und Cafes laden Sie ein, bei Musik und Tanz bis in die frühen Morgenstunden mitzufeiern.

Kalamaria: In den gemütlichen, etwas außerhalb der Stadt gelegenen Tavernen kommen Liebhaber von Fischgerichten aus der traditionellen griechischen Küche, aber auch Nachtschwärmer, voll auf ihre Kosten.

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